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Graffiti- Kunstprojekt an der Realschule mit dem Grafikkünstler Axel Berger

Vor einiger Zeit wurden von Unbekannten scheinbar willkürlich mehrere Wände von Häusern und Geschäften in ganz Wolfratshausen mit Graffitis besprüht, auch eine Wand der Schule.

    Nicht zuletzt dies war der Anlass dafür, mit Axel Berger von Isar-Street-Art einen regionalen Grafikkünstler zu gewinnen, welcher einem Workshop für interessierte Schülerinnen und Schüler angeboten hat, in welchem den Teilnehmern zum einen die Abgrenzung von Kunst zu Straftaten wie z.B. der Sachbeschädigung nähergebracht, zum anderen auch die betroffene Wand der Schule neu gestaltet wurde, zumal der Name „Isar-Loisach-Realschule“ bislang im äußeren Erscheinungsbild der Schule noch keinen Niederschlag gefunden hatte.

    In einem ca. zweistündigen Theorieteil zeigte Herr Berger zunächst den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern samt den Begleitlehrkräften Frau Steet und Herrn Wandinger auf, dass u.a. das illegale Sprühen den Tatbestand der Sachbeschädigung darstellt (§303 StGB), häufig auch zu nachvollziehbaren erheblichen Ärgernissen der betroffenen Eigentümer führt und letztlich auch nicht mehr ganz zeitgemäß erscheint, zumal es speziell im Raum München und Umgebung mittlerweile zahlreiche Flächen gibt, an denen ganz legal gesprüht werden kann.

    In seinem Vortrag gab der Künstler auch einen kleinen Abriss über die Geschichte des Graffitis wieder. So stellte er – nach Ausführungen zur amerikanischen Hip-Hop Szene und deren Auswirkungen - speziell Münchens Geschichte als Graffiti-Hauptstadt mit „Heiduk“ und Wholetrains heraus. Laut Herrn Berger gilt München heute aufgrund dieser frühen Wurzeln als „Writer Stadt“ und Wiege der Szene, aus der in den 1980er Jahren auch der erste „Wholetrain“ (ein komplett außen besprühter Zug: „Geltendorf-Zug“/ S4) Europas hervorging.

    Im Praxisteil des Workshops - nachmittags 2x3 Stunden - wurde dann gestalterisch und kreativ nach einer eigens erarbeiteten und erstellten Skizze gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Name der Schule als Graffiti an die Hauswand der Schule gesprüht. Dabei gab der Profi Axel Berger den Schülerinnen und Schüler immer wieder wertvolle praktische Tipps, erklärte die verschiedenen verwendeten Materialien und Utensilien, Sprühtechniken, Fachbegriffe, etc. und ließ die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfahren, wie ein solches Bild - trotz Skizze - letztlich in der Praxis erst „an der Wand nach und nach“ entsteht.

    S. Wandinger (1. Konrektor, Berichtersteller)